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Die weltberühmte „Hufeisensiedlung“ von Bruno Taut (1880 – 1938) und Martin Wagner (1885 – 1957) steht für den fortschrittlichen Wohnungsbau der Weimarer Republik. Im Gegensatz zu den dicht bebauten und ungesunden Mietskasernen-Vierteln der Kaiserzeit sollte die Stadtbevölkerung mit Wohnungen im Grünen versorgt werden, die allen Bewohnern gleich viel „Licht, Luft und Sonne“ bieten.
Das Hufeisen, nach dem die Siedlung ihren Namen erhielt, ist eine zentrale dreigeschossige Randbebauung, die eine Bodensenke mit Teich fast umschließt. An den zur Fritz-Reuter-Allee offenen Enden waren Läden und Gaststätten untergebracht. Hieran schließt sich eine dreigeschossige Straßenrand-Bebauung an, die wegen ihres auffälligen Anstrichs „Rote Front“ genannt wurde. Sie besteht aus zwei Varianten von Einfamilien-Reihenhäusern und wird vor allem durch Knicke und Verschwenkungen der Wohnstraßen differenziert. Als wesentliches und preiswertes Mittel für die Raumgestaltung setzte Taut Farbe ein, mit der die schlichte Bauweise im Stil der „Neuen Sachlichkeit“ kompensiert wird. Da die "Hufeisensiedlung" in die Berliner Denkmalliste eingetragen ist, konnte ihre städtebauliche Qualität instand gesetzt werden. Eine Aufnahme in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes ist vorgesehen.
Deutschlands größtes Hotel weit ab vom Schuss am S-Bahn-Ring - das geht? Das "Estrel Berlin" erbringt den Beweis: Hotellerie, Entertainment und Kongresszentrum sind Funktionen, die sich gegenseitig begünstigen. Deshalb sind sie in einem riesigen Gebäudekomplex zusammengefasst worden. Jede Funktion für sich weist schon gigantische Zahlen auf: Das 1994 eröffnete „Estrel Hotel“ hat 1125 großzügig bemessene Zimmer mit fast 2000 Betten. Das fünf Jahre später in Betrieb genommene „Estrel Convention Center“ kann auf 15 000 Quadratmetern Nutzfläche mit 60 Tagungsräumen und einem großen Saal bis zu 6000 Gäste aufnehmen. Schließlich findet seit 1997 im „Estrel Festival Center", einer umgebauten Fabrikhalle, täglich die Live-Show "Stars in Concert" statt, die nicht nur die Hotelgäste, sondern auch die Berliner besuchen. Zum Konzept des „Alles-unter-einem-Dach-Hauses" passen auch der eigene Schiffsanleger mit Biergarten und der Fernbahnanschluss. Denn das "Estrel" liegt am Rand der Innenstadt zwischen Kleingärten und einem Gewerbegebiet, aber dennoch reizvoll am Neuköllner Schiffahrtskanal. Die unmittelbare Nähe zu S-Bahn und Autobahn sind weitere Standortvorteile. Die Gäste legen ihr Geld hier gut an, denn den angebotenen Vier-Sterne-Komfort erhält man zum Zwei-Sterne-Preis. Die Rechnung des Gründers, Ekkehard Streletzki, ist aufgegangen. Auslastung und Umsatz liegen über dem Durchschnitt vergleichbarer Hotels.
Wie man in einem dicht bebauten Stadtgebiet eine Grundschule für 450 Schüler und eine Sporthalle unterbringen kann, so dass noch genügend Platz für Spiel und Sport bleibt, das bewiesen die Architekten Rolf Backmann und Eugen Schieber.
Auf dem Grundstück, das im Inneren zweier benachbarter Blöcke liegt, stand früher eine Gasanstalt. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Der Bezirk legte dort eine Grünfläche an. Angesichts des wachsenden Mangels an Grundschulplätzen entschieden die Politiker, den kleinen Park zu Gunsten einer neuen Schule aufzugeben - mit der Maßgabe, dass den Anwohnern die Freifläche auch künftig erhalten bleiben müsse. Also überbrückten die Architekten die Drorystraße, die heute als Sackgasse zwischen den beiden Blöcken liegt, mit einem drei Geschosse hohen, lang gestreckten gläsernen Klassentrakt. Die "Brückenköpfe" nutzten sie als Bauten für Sonderräume wie Aula und Lehrerzimmer, schlossen sie an die Brandwände der Vorderhäuser an und stellten die Sporthalle, die sie um ein halbes Geschoss in die Erde gruben, so in den Hof, dass um sie herum Platz für Sportflächen blieb. Mit ihren Sitzstufen, dem Dachspielfeld und der Sandfarbe des Betons wird die Halle zu einem riesigen Spielgerät, dessen Form einer abgeschnittenen Pyramide die Raumwirkung dominiert. Die drei ganz unterschiedlichen Elemente - gläserner Klassentrakt, Anbauten mit Lochfassade aus schwarzen Klinkern und bespielbare Turnhalle - schaffen einen spannungsreichen, zugleich harmonischen Innenraum, der von den Kindern begeistert angenommen wird.
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